Aktiendepot

Sicherheit geht vor! Depot mit Optionen absichern

Strategie-Tipps, die Sie auch bei fallenden Aktienkursen ruhig schlafen lassen

Wenn Sie Aktien kaufen, setzen Sie damit auf steigende Kurse. Die Kurse können aber auch fallen. Sie brauchen also eine Absicherung für Ihr Depot!

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Über einen Aktienkauf werden Sie zum Miteigentümer eines Unternehmens. Damit setzen Sie ganz automatisch auf steigende Aktienkurse. Diesen einfachen Zusammenhang unterschätzen viele unerfahrene Anleger. Erfahrene Aktienhändler wissen Bescheid und suchen nach Wegen, um die Aktienposition für den Fall der Fälle – unerwartet fallende Kurse – abzusichern. Eine einzelne Aktie lässt sich gut mit Optionsprodukten absichern, es gibt aber auch andere Strategien wie Futures, Zertifikate oder CFDs. Börsen-Profis setzen auf Hedging, dass heißt Sie betreiben systematische Depotabsicherung.

Mit Aktien setzen Sie immer auf steigende Kurse

Wer mit Aktien handelt oder klassisch in Fonds investiert setzt auf eine sogenannte Long-Strategie, dass heißt es wird auf steigende Kurse gesetzt. Auf steigende Kurse zu setzen ist grundsätzlich eine gute Idee, denn langfristig betrachtet geht es an den Börsen tatsächlich aufwärts. Kurz- und mittelfristig ist an den Börsen allerdings mit allem zu rechnen. Auch viele aufeinanderfolgende Tage mit sinkenden Kursen bei einer Aktie – oder einem ganzen Aktienindex – gehören zum Alltag an den Märkten. Ein Depot, das ausschließlich aus Aktien besteht kann also schon theoretisch gar nicht sicher sein, egal wie „sicher“ die Aktien sind, die ausgesucht wurden. Deswegen macht es Sinn, sich vor dem Aktienkauf genau zu überlegen, welche Strategie bei fallenden Kursen eingesetzt werden soll. Folgende Strategien sind grundsätzlich möglich:

  • Abwarten und aussitzen
  • Bei gesunkenen Kursen nachkaufen
  • Mit Verlusten verkaufen
  • Direkt auf fallende Kurse spekulieren
  • Depot mit Optionen absichern
  • Depot mit Optionsscheinen absichern
  • Depot mit CFDs absichern
  • Depot mit Zertifikaten absichern

Fallende Kurse? Jetzt wäre eine Strategie besser!

Es gibt es sehr unterschiedliche Wege, wie Sie als aktiver Privatanleger mit fallenden Kursen umgehen kann. Einige Strategien lassen sich kurzfristig umsetzen, andere erfordern eine Vorplanung:

Option 1: Nichts tun. Wenn Sie als Anleger von Substanz und Potential des Unternehmens überzeugt sind, gibt es keinen zwingenden Grund bei leicht oder stärker fallenden Kursen einzuschreiten. Die zwischenzeitlichen Kursverluste werden ohne Verkauf der Aktien noch nicht in echte Verluste umgewandelt, sie bestehen vorerst nur auf dem Papier. Es ist davon auszugehen, dass sich die Aktie von den Verlusten erholen wird und früher oder später in die Gewinnzone zurückkehren wird. Je sorgfältiger das Wertpapier über Fundamentalanalyse und technische Analyse ausgewählt wurde, desto weniger Grund zur Sorge gibt es. Einfach abwarten fällt vor allem unerfahrenen Aktienanlegern durchaus schwer, Experten sprechen hierbei von „Action Bias“ und meinen: unsinnigen Aktionismus an den Börsen.

Option 2: Weitere Aktien nachkaufen. Wenn der Preis einer grundsätzlich als wertvoll eingeschätzten Aktie ein gutes Stück unter den Einstandspreis fällt, kann es durchaus sinnvoll sein doch aktiv zu werden. Allerdings nicht mit einem Verkauf, sondern über den Kauf von weiteren Aktien. Dazu muss allerdings ausreichend Liquiditätsspielraum im eigenen Depot vorhanden sein. Am besten wurde dafür, schon vor dem Trade, ein entsprechender Liquiditätsspielraum für einen eventuellen Nachkauf der Aktie vorgemerkt, im Idealfall auch schon ein bestimmter Kurs, bei dessen Erreichen über einen Nachkauf oder ein Abwarten entschieden wird. Diese Strategie bei fallenden Kursen birgt allerdings auch Risiken, denn durch Nachkaufen erhöht man ganz automatisch den prozentualen Anteil dieser Aktie im Depot, es sind also mehr Verlierer im Depot.

Option 3: Die Aktienposition verkaufen. Wenn Aktien verkauft werden, deren Kurse gegenüber dem Kaufkurs gefallen sind, entstehen in jedem Fall Verluste. Es sollte abgewogen werden, ob ein kompletter Ausstieg oder teilweiser Ausstieg sinnvoll ist. Je solider die Aktie ist, desto eher wird sie sich vermutlich erholen. Eine Aktienposition schnell und komplett zu verkaufen, kann gelegentlich aber die beste Option sein, um das eigene Depot abzusichern. Diese Strategie kann zum Beispiel unvermeidlich sein, wenn sich in der Presse Berichte über wirtschaftliche Schwierigkeiten oder eine nahende Insolvenz des Unternehmens häufen und keine Lösung in Sicht ist. Wenn diese Probleme noch nicht absehbar waren, als die Aktie gekauft wurde, ist das wirklich Pech.

Option 4: Von Anfang an auf fallende Kurse setzen. Wenn die Probleme grundsätzlich schon bekannt waren, wäre es eigentlich besser gewesen, gegen die Aktie oder den Markt zu spekulieren. Dies ist zum Beispiel über Zertifikate, Optionen, Optionsscheine oder Differenzkontrakte (CFDs) möglich, weil mit diesen Finanzinstrumenten auch auf fallende Kurse gesetzt werden kann. Dann spricht man von einer Short-Strategie. Professionelle Aktienhändler nutzen für die Spekulation auf fallende Kurse gerne das Finanzinstrument Futures, für die meisten Privatanleger ist dieser Weg allerdings nur schwer gangbar, denn die geforderten Sicherheitsleistungen sind hoch, nicht selten einige Tausend Euro.JETZT DIREKT ZUM ANBIETER

Depot mit Optionen absichern: Tipps und Strategien

Eine besondere Variante der Depotabsicherung ist die sinnvolle Kombination aus Long und Short. Dafür müssen stets spiegelbildliche Wertpapiere gekauft werden, also zum Beispiel eine Aktie (Long) und ein Finanzprodukt oder Finanzderivat (Short), welche die gleiche Aktie als Basiswert (Underlying) hat. Es gibt zwei grundsätzliche Varianten für die Depotabsicherung mit Optionsprodukten: Optionen und Optionsscheine.

„Eine Option bezeichnet in der Wirtschaft ein Recht, eine bestimmte Sache zu einem späteren Zeitpunkt zu einem vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Es handelt sich ausdrücklich um ein Recht und um keine Pflicht.“

Eine Option auf eine Aktie oder einen Aktienindex ist also ein sogenanntes bedingtes Termingeschäft, weil der Optionsinhaber (Optionskäufer) einseitig das Recht hat, über die Ausübung oder den Verfall der Option zu entscheiden. Dem Optionsinhaber steht der Stillhalter (Optionsverkäufer) gegenüber, der die genau spiegelbildliche Position einnimmt.

Option 5: Depot mit Optionen absichern. Optionen sind, anders als Optionsscheine, keine verbrieften Wertpapiere. Es gibt für jede Laufzeit und jeden Bezugspreis deswegen immer nur eine bestimmte Option. Das Bezugsverhältnis zwischen Option und Basiswert liegt in der Regel bei 1:1, dass bedeutet über eine Option kann eine Aktie gekauft oder verkauft werden. Optionen sind, wie Futures, deswegen eher eine Lösung für professionelle Anleger oder sehr ambitionierte Privatanleger mit hohen Depotvolumen. Als Alternative für Privatanleger bieten sich Optionsscheine an.

Option 6: Depot mit Optionsscheinen absichern. Optionsscheine sind, anders als Optionen, verbriefte Wertpapiere. Bei Optionsscheinen gibt es deswegen eine Vielzahl von Varianten pro Laufzeit und Basiswert. Das Bezugsverhältnis zwischen Option und Basiswert liegt in der Regel bei 10:1, dass heißt es sind 10 Optionsscheine notwendig, um eine Aktie zu erwerben. Die Absicherung einer oder mehrerer Depotpositionen über Optionsscheine wirkt wie eine Verlustversicherung. Wie bei jeder Versicherung ist auch das Absichern eines Depots mit Kosten verbunden. Zur Absicherung wird ein Put-Optionsschein benötigt, die Kosten für die Versicherung lässt sich mit folgender Formel überschlagen: Zu versichernde Depotposition / Stand des entsprechenden Index * Bezugsverhältnis. Der Preis des Optionsscheines orientiert sich an den zwei Komponenten des Optionsgeschäftes: Laufzeit und Bezugspreis. Je länger der Absicherungszeitraum ist und je weiter der abzusichernde Kurs vom aktuellen Kurs entfernt ist, desto teurer wird die Depotabsicherung. Im Gegenzug dafür ist die entsprechende Depot-Position gegen Kursverluste geschützt.

Ein vollständiger Schutz ist nur möglich, wenn die Zusammensetzung der Aktien genau den Index widerspiegelt, zum Beispiel wenn Sie in Indexfonds investiert haben und nicht in Einzelwerte. Wenn die Depotabsicherung per Versicherung nicht eingreifen muss, kostet die Versicherung natürlich trotzdem. Zu verschmerzen ist dies bei kräftig gestiegenen Kursen der Basiswerte, hier reduziert sich die Rendite nur um die gezahlte Versicherungsprämie. Ärgerlicher ist es bei seitwärts tendierenden Kursen, hier können die Versicherungskosten für einen de-facto-Verlust bei der abgesicherten Position sorgen. Oft wird der Einfachheit halber ein Put-Optionsschein auf den DAX genutzt, auch wenn nicht alle DAX-Aktien im Depot präsent sind, sondern nur eine repräsentative Auswahl. Nachfolgend zwei Beispiele für die Absicherung einiger DAX-Aktien in einem Depot mit einem Put-Optionsschein.

Beispiel 1:

Gesamt-Depotvolumen: 60.000 €
Anteil Aktien aus dem DAX: 10.000 €
Aktueller Stand des DAX: 10.000 Punkte
Gewünschter Absicherungskurs: 9.700 Punkte
Bezugsverhältnis: 100:1
Laufzeit der Absicherung: 4 Wochen
Preis des Optionsscheines: 1,50 €
Berechnung: 10.000 / 9.700 * 100 = 103,1 Put-Optionsscheine benötigt
Kosten für die Versicherung: 103,1 * 1,50 € = 154,64 €
Versicherungskosten in Prozent der Depotposition: 1,54 Prozent

Beispiel 2:
Gesamt-Depotvolumen: 60.000 €
Anteil Aktien aus dem DAX: 10.000 €
Aktueller Stand des DAX: 10.000 Punkte
Gewünschter Absicherungskurs: 9.000 Punkte
Bezugsverhältnis: 100:1
Laufzeit der Absicherung: 3 Monate
Preis des Optionsscheines: 3,00 €
Berechnung: 10.000 / 9.000 * 100 = 111,1 Put-Optionsscheine benötigt
Kosten für die Versicherung: 111,1 * 3,00 € = 333,33 €
Versicherungskosten in Prozent der Depotposition: 3,33 Prozent

Auf diese Weise betreiben Sie statische Absicherung. Börsen-Profis setzen dagegen meist auf die aufwändigere und kostspieligere dynamische Absicherung. Hier erfahren Sie mehr.JETZT DIREKT ZUM ANBIETER

Depot absichern: weitere Strategien wie CFDs & Zertifikate

Option 7: Depot mit Zertifikaten absichern.

Zertifikate sind Finanzinstrumente, die gezielt für Privatanleger entwickelt wurden. Basiswerte von Zertifikaten können einzelne Aktien, Aktienindizes, Währungen oder Rohstoffe sein. Mit einem Short-Index-Zertifikat lässt sich also der gleiche Effekt erzielen wie mit einem Put-Optionsschein. Bei den Laufzeiten gibt es zahlreiche Wahlmöglichkeiten, zwischen wenigen Tagen und Wochen und fortlaufenden Endlos-Zertifikaten ist alles möglich.

Option 8: Depot mit CFDs absichern.

CFDs (Differenzkontrakte) sind Finanzinstrumente, die ursprünglich nur im Investmentbanking und bei Hedgefonds zum Einsatz kamen. Sie wurden zur Absicherung von Wertpapierpositionen bei Unternehmensübernahmen entwickelt und können deswegen für die Depotabsicherung eingesetzt werden. Mittlerweile haben auch Privatanleger die Möglichkeit über CFDs Geschäfte direkt mit Ihrem Online-Broker zu tätigen. CFDs können sowohl zur Spekulation als auch zur Absicherung genutzt werden 

Die Strategien „Depot mit Optionen absichern„, „Depot mit Optionsscheinen absichern“, Depot mit Zertifikaten absichern“ und „Depot mit CFDs absichern lassen sich sehr gut auf Basis von ganzen Märkten, zum Beispiel alle DAX-Aktien oder alle MDAX-Aktien, durchführen. Dazu werden, statt einzelne Aktien zu kaufen, beispielsweise Anteile an einem passiven Indexfonds erworben, der an der Börse gehandelt wird Damit haben Sie als Anleger auf einen steigenden Index gesetzt. Über ein passendes Finanzinstrument, wie ein Short-Index-Zertifikat, einen Index-Differenzkontrakt oder eine Index-Call-Option setzen Sie parallel dazu auf fallende Kurse und haben so eine Depot-Absicherung. Zu den Transaktionskosten für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren kommen nun also auch Kosten für die Absicherung des Depots hinzu. Bei Finanzderivaten mit Hebelwirkung kommen gegebenenfalls Finanzierungskosten hinzu, wenn die Papiere über Nacht gehalten werden.

Unser Fazit zur Absicherung durch Optionen

    1. Aktiendepot ohne Absicherung? mit einem reinen Aktieninvestment spekulieren Sie nur auf steigende Kurse
    2. Depot absichern: für eine Depotabsicherung kommen sehr unterschiedliche Strategien in Frage
    3. Strategien und Tipps: Depot-Hedging geht zum Beispiel mit Optionen, CFDs oder Zertifikaten

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