maxblue geht mit AnlageFinder an den Start

Ruben Wunderlich - 22. Dezember 2015

Die Investment Plattform der Deutschen Bank – maxblue – führt jetzt auch die intelligente Anlageberatung ein. Ein so genannter Robo Advisor – AnlageFinder – soll den Nutzer in maximal einer halben Stunden online beraten und ihm eine Anlageentscheidung präsentieren. All das soll mit nur wenigen Klicks möglich sein.

Vor nicht all zu langer Zeit haben bereits andere Unternehmen aus der Finanzbranche versucht, mit diesem Angebot neue Wertpapierkunden zu gewinnen. Ein Robo Advisor empfiehlt auf Grundlage von Antworten des Kunden eine Anlagestrategie, zusammengestellt aus verschiedenen ETFs und Fonds.

Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich war nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und einem BWL-Studium 6 Jahre lang im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er nun für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur. Ruben präsentiert auf aktiendepot.de aktuelle News & Entwicklungen rund um die Finanzmärkte.

In unserem maxblue Aktiendepot Test hatten wir die vergleichsweise hohen Kosten für Orders kritisiert. Beim AnlageFinder werden nur Fonds und ETFs empfohlen, da Fonds aktiv gemanaget werden und ETFs eine Diversifikation bieten. Reine Aktien werden nicht empfohlen. Daher fallen hier nur Kosten in Form von Ausgabeaufschlägen an. Laufende Vergütungen und Verwaltungsgebühren müssen vom Kunden nicht direkt bezahlt werden, sondern sind in der Kursentwicklung der Fonds mit eingepreist.

Wie wir bereits bei den maxblue Angeboten dargelegt haben, sind sogar eine Reihe von Top Fonds komplett ohne Ausgabeaufschag erhältlich.

AnlageFinder – Mit wenigen Klicks zum Portfolio

Der Robo Advisor AnlageFinder ist sowohl für Börsen-Einsteiger als auch für erfahrene Anleger gedacht. An dieser Stelle muss allerdings gesagt werden, dass es sich hier nicht um eine Beratung handelt. Der AnlageFinder empfiehlt zwar aufgrund der Antworten des Kunden eine Portfoliozusammenstellung, eine klassische Beratung wird dadurch jedoch nicht ersetzt.

Für maxblue hat das den Vorteil, dass das aufwendige Prozedere mit gesetzlichem Beratungsprotokoll etc. entfällt.

Diese Fragen werden abgeklärt

Unter anderem werden im Laufe des „Beratungsprozesses“ folgende Punkte abgefragt:

  • Persönliches Anlageziel
  • Laufzeit der Anlage
  • Risikoneigung (Konservativ oder Spekulativ)
  • Bevorzugtes Produkt-Rating
  • Niedrige Kosten oder eher hohe Wertentwicklung?

Am Ende schlägt das Programm ein Portfolio aus verschiedenen Anleihe- und Aktienfonds der Deutschen Bank vor, inklusive ETFs (je nach Antworten des Kunden).
Der Kunde kann die vorgeschlagene Zusammenstellung noch verändern, indem er die eine Assetklasse bevorzugt oder sogar ganz abwählt. Der Robo Advisor ergänzt dann die Zusammenstellung wiederum mit neuen Anlagevorschlägen.

Neben dem Portfoliovorschlag warnt der AnlageFinder auch, wenn der Kunde eine Branche oder eine Assetklasse zu sehr gewichten sollte. Auch Lernlektionen und umfassendes Wissen werden den Kunden zur Verfügung gestellt, sodass diese sich eingehend mit der Materie auseinandersetzen können.

Markus Pertlwieser, COO der Deutschen Bank äußert sich über den AnlageFinder:

„Mit unserem Robo Advisor AnlageFinder können die Kunden mit wenigen Klicks ihre Portfolien professionell zusammenstellen und ihre Anlageergebnisse optimieren … Durch Lernlektionen und umfassende Finanzmarkt-Informationen unterstützt der AnlageFinder die Kunden optimal bei ihrer Anlageentscheidung … Mit diesem Anlagetool positioniert sich die Deutsche Bank für die ‚Digital Natives‘ unter den kapitalmarktaffinen Kunden.“

Kritik von klassischen Banken

maxblue ist nicht die erste Bank, die eine automatisierte „Beratung“ in ihr Angebt aufnimmt. Bis dato waren es vor allem Direktbanken, wie ING (ehemals ING-DiBa), Comdirect oder auch die Filialbank Targobank, die mit einem Robo Adivsor die Beratung vereinfachen.

Sparkassen, Volksbanken und andere traditionelle Banken kritisieren schon seit längerem, dass diese Programme nicht den strengen gesetzlichen Anforderungen unterliegen, die sie selbst erbringen müssen (siehe Beratungsprotokoll usw.). Viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben wegen den strengen gesetzlichen Regularien ihre Beratung deutlich zurückgefahren. Im Gegensatz dazu versucht sich die Frankfurter Sparkasse mit ihrer Direktbank Tochter S-Broker ebenfalls in diesem Segment zu positionieren. (Siehe auch unseren S-Broker Depot Test)

Durch Robo Advisor wie AnlageFinder wird diese ein wenig umgangen. Allerdings werden Kunden im Vorfeld auch darauf hingewiesen, dass dies lediglich Empfehlungen sind und eine Anlageberatung im klassischen Sinne nicht ersetzen kann. Doch so lange die Kundschaft das Angebot annimmt, werden diese Programme auch weiterhin zum Einsatz kommen.

Wie Pertlwieser bereits sagte, zielt das Angebot nicht in erster Linie auf 80 Jährige ab, sondern auf die „Digital Natives“. Die Banken setzen jetzt eher auf Kooperation, statt auf Konfrontation mit Fintechs.

Angebot um maxblue App ergänzt

Der AnlageFinder wird zunächst nur in einer Webversion zur Verfügung stehen. Anfang 2016 soll er dann auch um eine mobile Anwendung ergänzt werden. Auch weitere Tools, wie Risikomanagement und „peer-to-peer“ Vergleiche sind in Arbeit und für das zweite Halbjahr 2016 geplant.

Zusätzlich dazu, führt maxblue eine neue native App ein, die für erfahrene Anleger gedacht ist. Mit dieser neuen Anwendung sind nicht nur Konto- und Depotabfragen möglich, sondern auch der mobile Handel von Wertpapieren. Pertlwieser äußert sich auch hier:

„Mit der maxblue App können unsere Kunden jederzeit flexibel auf aktuelle Entwicklungen an den Kapitalmärkten reagieren. Unsere Kunden haben ihr Depot somit immer im Blick und können zu jeder Zeit darauf zugreifen. So ist Trading auch von unterwegs einfach, sicher und komfortabel“

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Preise von verschiedenen Börsenplätzen sofort miteinander zu vergleichen.