Was sind Rohstoffe? – So steigen Sie in den Rohstoffhandel ein und lernen wie Profis zu traden!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 11.03.2021


Was sind Rohstoffe, und können auch Privatanleger vom Rohstoffhandel profitieren? Angesichts des Niedergangs klassischer Anlageprodukte durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken suchen private Investoren nach interessanten Alternativen für ihre Geldanlage. Auch Rohstoffe rücken damit ins Rampenlicht. Aber was bedeutet „Rohstoffe“ eigentlich, und wie bekommt man Zugang zu den entsprechenden Märkten und Finanzinstrumenten?

Anders als man denken möchte, ist der Rohstoffhandel nicht nur eine Domäne finanzstarker Großhändler, die im Direkthandel Petroleum oder Weizen kaufen und verkaufen. Dank sogenannter Derivate, abgeleiteter Finanzprodukte, ist der indirekte Rohstoffhandel auch mit weniger Kapital möglich und lohnend.

  • Bei Rohstoffen handelt es sich um unverarbeitete Ressourcen, die entweder weiterverarbeitet oder direkt konsumiert werden können
  • Rohstoffe lassen sich in verschiedene Klassen unterteilen
  • Unterschieden wird auch zwischen erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Rohstoffen
  • Rohstoffe werden direkt am Kassamarkt, darüber hinaus an der Terminbörse gehandelt
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Was sind Rohstoffe? Die Rohstoffe Definition

Als einen Rohstoff bezeichnet man eine natürlich vorkommende Ressource, die gewonnen, abgebaut oder angebaut wird. Ein Rohstoff kann direkt verbraucht oder für die Produktion anderer Güter oder die Bereitstellung von Dienstleistungen genutzt werden. Nehmen wir Steinkohle – sie kann als Energieträger direkt an Haushalte geliefert oder in Kohlekraftwerken für die Energieerzeugung eingesetzt werden.

Umgangssprachlich bzw. in der Finanzwelt verschwimmen die Begriffe hier ein wenig. So fällt beispielsweise Stahl noch unter die „Commodities“, obwohl es sich hier schon um einen weiterverarbeiteten Stoff handelt. Eine leicht erweiterte volkswirtschaftliche Definition verwendet den Begriff der Grundstoffe und meint damit alle Mineralien und sämtliche Erzeugnisse aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Fischerei, unabhängig davon, ob dieses Erzeugnis noch seine Rohform hat oder bereits modifiziert worden ist.

Ein Kennzeichen von Rohstoffen ist, dass sie in ihrer Beschaffenheit austauschbar sein müssen mit einem anderen Kontingent desselben Rohstoffes – Stahl, Gold oder Kupfer müssen in derselben Qualität gegeneinander austauschbar sein, damit der Handel an der Rohstoffbörse überhaupt vonstatten gehen kann.

Harte und weiche Rohstoffe

Üblicherweise unterteilt man Rohstoffe in zwei Kategorien. Die harten Rohstoffe oder „hard commodities“ sind Mineralien, Metalle oder andere Substanzen, die abgebaut oder extrahiert werden und nicht erneuerbar sind. Dazu gehören auch Rohöl, Kohle, Uran oder seltene Erden. Weiche Rohstoffe sind zum größten Teil land- oder forstwirtschaftliche Erzeugnisse, die nachwachsen und damit erneuerbar sind. Aufgrund ihres organischen Charakters unterliegen sie einer saisonalen Verfügbarkeit und können im Einzelfall verderblich sein.

Was sind Rohstoffe

Rohstoffe: die vier Anlagegruppen

Rohstoffe bilden in der Welt des Handels eine eigene Anlageklasse. Innerhalb dieser Klasse unterscheidet man nochmals die vier großen Gruppen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, der Energieträger, der Edelmetalle und der Industriemetalle bzw. Mineralien.

  • Landwirtschaftliche Erzeugnisse
  • Energieträger
  • Edelmetalle
  • Industriemetalle und Mineralien

Agrarerzeugnisse: In dieser Gruppe finden sich alle land- und forstwirtschaftlichen Produkte wie Getreide, Hülsenfrüchte, aber auch Roh- oder Rohrzucker, Orangensaft, Kakao oder Baumwolle. Auch Energiepflanzen, Pflanzenfasern und Holz werden hier eingeordnet. Daneben enthält diese Gruppe über die ursprünglichen Rohstoffe hinaus auch alle Erzeugnisse, die aus ihnen hergestellt werden, beispielsweise Pflanzenöle oder -fette wie Palmöl. Sie alle werden weltweit konsumiert und als Bestandteile industriell verarbeiteter Lebensmittel weiterverwendet. Eine Untergruppe in diesem Bereich ist außerdem Fleisch als Rohstoff – hier geht es sowohl um Fleisch als auch um Lebendvieh.

Energierohstoffe: Zu dieser Gruppe der Rohstoffe gehören fossile Rohstoffe wie Rohöl, Petroleum, Heizöl und Erdgas, aber auch Stein- und Braunkohle oder Uran. Die meisten Energieträger sind vor Jahrmillionen aus organischen Substanzen entstanden und sind, einmal extrahiert, nicht erneuerbar.

Edelmetalle: Weltweit gehandelt und auch als Kapitalanlage genutzt werden Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin.

Industriemetalle und Mineralien: Zu den Industriemetallen gehören Kupfer und Aluminium, auch Stahl, und darüber hinaus Leichtmetalle wie beispielsweise Lithium. Letzteres ist äußerst gefragt für die Herstellung von Batterien. Auch Blei, Nickel, Titan, Zink, Aluminium, Zinn und Quecksilber sind begehrte Rohstoffe. Zu den Mineralien gehören Sand, der für Baustoffe ebenso genutzt wird wie für die Glasproduktion, aber auch seltene Erden, und auch Steinkohle oder Braunkohle lassen sich hier einordnen, ebenso wie unter die Energierohstoffe.

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Rohstoffe – Definition als Primär- oder Sekundärrohstoff

Abgesehen von den eben angeführten Gruppierungen entsprechend der Erzeugung oder Beschaffenheit unterscheidet man bei Rohstoffen weiterhin zwischen Primär- und Sekundärrohstoffe bezeichnet. Primäre Rohstoffe sind hier die unmittelbar extrahierten oder erzeugten Ressourcen. Sekundärrohstoffe sind solche, die etwa durch Recycling gewonnen werden können.

Was sind Rohstoffe – eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist

Beschäftigt man sich eine Weile mit dem Rohstoffmarkt, dann zeigt sich recht schnell, dass eindeutige und verbindliche Definitionen und Zuordnungen zu einzelnen Gruppen oder Kategorien nicht leicht fallen. Bei zahlreichen Rohstoffen kann man eine Zuordnung zu zwei oder mehr Kategorien vornehmen. Es ist zwar nicht grundsätzlich notwendig, die Kategorisierung einzelner Rohstoffe nachvollziehen zu können, dennoch ist es für Anleger ein Vorteil, ein Basiswissen darüber zu haben, wie die Welt aus der Sicht des Rohstoffhändlers aussieht. Ein Verständnis des Marktes und der Mechanismen, die auf Rohstoffpreise einwirken, ist bei Handel und Investition eine wesentliche Voraussetzung.

Der Rohstoffhandel – so alt wie die Welt

Rohstoffe als Grundstoff für den Konsum oder die Weiterverarbeitung haben wohl schon die frühesten Menschen gehandelt. So kann man davon ausgehen, dass Feuersteinklingen gegen Fleisch oder Schmucksteine getauscht wurden und später in den ersten landwirtschaftlichen Kulturen die Bauern ihre Erzeugnisse gegen Geld verkauften. Den direkten Handel mit Rohstoffen gab es also immer schon und es gibt ihn noch heute. Darüber hinaus ist auch der indirekte Handel mit speziellen Finanzinstrumenten möglich.

  • Kassamarkt oder Terminbörse
  • Derivate für den indirekte Handel
  • Politisch und ökonomisch komplexe Preisentwicklung von Rohstoffen

Was sind Rohstoffe

Direkter Rohstoffhandel am Kassamarkt

Ein Großteil des Rohstoffhandels findet noch heute so statt wie seit Tausenden von Jahren – die Erzeuger verkaufen direkt an den Endverbraucher, ob dabei Kohle, Weizen oder Rinderhälften den Besitzer wechseln, ist unerheblich. Dieser Direkthandel wird am sogenannten Kassamarkt abgeschlossen. Hier muss der Handel spätestens nach zwei Tagen abgeschlossen sein – sprich, Rinderhälften gegen Geld. Die Ware wechselt tatsächlich auch physisch den Besitzer. Anders als die sofortige Lieferung nach Geschäftsabschlüssen auf dem Kassamarkt erlauben Terminbörsen die Überstellung der Ware zu einem Zeitpunkt in der Zukunft.

Terminbörsen – Rohstoffe mit Futures handeln

Das Besondere an der Terminbörse: hier kann eine spätere Übergabe des Rohstoffes vereinbart werden. Das macht ebenfalls Sinn und wird seit Jahrhunderten praktiziert. Landwirtschaftliche Erzeugnisse können auf diese Weise lange vor der Ernte verkauft werden. Für den Erzeuger ein Schutz vor Preisverfall, für den Käufer ein potenzieller Gewinn, sollte die Nachfrage stark anziehen. Er kann nämlich die erworbenen Rohstoffe mit Gewinn weiterverkaufen. Ein spekulatives Element ist enthalten, denn der Käufer trägt das Risiko eines Preiseinbruches. Das Finanzinstrument der Wahl ist für den Rohstoffhandel an der Terminbörse der Futures Kontrakt. Futures sind sogenannte Derivate, ihr Wert ist vom jeweiligen Rohstoff abgeleitet. Die Kontrakte sind heutzutage standardisiert. So müssen sie exakte Angaben zum gehandelten Rohstoff, aber auch den Liefertermin, den vereinbarten Preis, die Liefermenge und Angaben zur Qualität der Waren beinhalten.

Rohstoffpreise und ihre Entwicklung

Wie kommen nun aber die Preise für Rohstoffe zustande? Durch Angebot und Nachfrage, gewiss, aber diese werden ihrerseits beeinflusst durch globale Ereignisse, die nicht alle vorhersehbar sind, darunter politische Entwicklungen, klimatische Auswirkungen etwa durch Naturkatastrophen oder Dürren, militärische Konflikte – sowohl die Gewinnung als auch der Verbrauch von Rohstoffen sind eng an ineinandergreifende geopolitische Abläufe eingebunden. Wer also mit Futures Kontrakten Rohstoffe handelt, kann sich nicht auf Materialkenntnisse beschränken, sondern muss die Märkte auch aus politischer, sozialer und sogar meteorologischer Sicht betrachten.

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Rohstoffe handeln für Profis und Privatanleger

Der Rohstoffhandel und sogar die Abwicklung von Transaktionen mithilfe von Futures Kontrakten ist, wie beschrieben, keineswegs neu, sondern ein uraltes Geschäftsmodell. Und wie bei jedem Geschäft kommt zur Deckung einer Nachfrage recht schnell der Wunsch hinzu, Profite zu machen. Das ist beim modernen Rohstoffhandel nicht anders. Man kauft, um mit Gewinn weiter zu verkaufen. Der direkte Rohstoffhandel erfordert natürlich finanzielle Mittel und logistische Reserven, die ein privater Anleger nicht hat. Daher ist dies ein Bereich, der den Profis, den Großinvestoren und den Spekulanten im großen Stil vorbehalten bleibt. Der physische Erwerb und die Aufbewahrung von Rohstoffen beschränkt sich bei privaten Anlegern eigentlich auf den Ankauf von Edelmetallen wie Gold oder Platin.

Rohstoffe profitabel handeln auch für Privatanleger

Als privater Investor wird man kaum am Kassamarkt große Warenkontingente handeln – dazu hätte man die Mittel gar nicht. Man kann aber indirekt mit Rohstoffen handeln, und zwar über spezielle Finanzinstrumente, die an den Terminbörsen oder Börsen gehandelt werden können. Als privater Anleger kann man nicht direkt agieren, sondern erhält den Zugang zum Handelsplatz über einen Finanzdienstleister. Dies kann eine Bank oder ein Broker sein. Benötigt wird ein sogenanntes Wertpapierdepot. Dies ist nichts anderes als ein spezielles Konto, dass der Aufbewahrung von Wertpapieren dient und bei der Bank oder durch den Broker geführt wird. Verfügt man über ein Depot und das erforderliche Handelskapital, kann man mittels sogenannter Derivat mit Rohstoffen handeln. Hierbei handelt es sich um Wertpapiere, die die Preisentwicklung des zugrundeliegenden Rohstoffes nachbilden. Manche Derivate tun dies 1:1, während andere mit sogenannten Hebeln ein Vielfaches des Basiswertes abbilden können. Über solche Finanzinstrumente können Trader von der Entwicklung der Preise eines Rohstoffes profitieren, ohne ihn tatsächlich physisch besitzen zu müssen. Zu den Derivaten gehören

  • Rohstoff Futures
  • Rohstoff ETFs
  • Rohstoff Zertifikate
  • Rohstoff CFDs

Auch Rohstoff-Aktien können für die Geldanlage oder den Handel genutzt werden – sie sind allerdings keine Derivate, sondern Unternehmensanteile an Firmen, die in Rohstoffindustrien tätig sind, beispielsweise im Petroleumsektor oder im Bergbau.

Gehandelt werden Derivate teilweise an der Börse und natürlich an den Terminbörsen. Die älteste dieser Terminbörsen die Chicago Board of Trade, an der vor 160 Jahren erstmals Rohstoffkontrakte standardisiert wurden. Inzwischen gibt es Terminbörsen weltweit, die EUREX in Eschborn ist eine deutsche Terminbörse.

Was sind Rohstoffe

Einstieg in den Rohstoffhandel: Anbieter und Produkte

Damit man erfolgreich in den Handel mit Rohstoffen einsteigen kann, sollte man zunächst bei der Wahl der Bank oder des Brokers sorgfältig vergleichen, bevor ein Wertpapier-Depot eröffnet wird. Hier kann ein Vergleich der Anbieter einen Überblick geben über die Märkte, an denen gehandelt werden kann, aber auch über die Kosten und Konditionen, die damit verbunden sind. Auch ein näheres Studium der Finanzprodukte, die für den Rohstoffhandel zur Verfügung stehen, ist ratsam, denn diese unterscheiden sich sehr hinsichtlich der möglichen Renditen, aber auch bei den Risiken. Besonders Einsteiger sollten deshalb nach Möglichkeit zunächst mit einem Musterdepot die Mechanismen des Rohstoffhandels testen. Seriöse Broker geben ihren Kunden die Gelegenheit, in einer sicheren Handelsumgebung und mit virtuellem Kapital zunächst mit dem Handel und den Finanzprodukten vertraut zu werden, bevor eigenes Geld investiert wird. Wer sich mit dem aktiven Handel von Rohstoffen überfordert fühlt, kann allerdings zunächst eine passive Anlageform wählen, etwa ETFs, die die Wertentwicklung von Rohstoffindizes abbilden. Hier sind kaum Vorkenntnisse oder Verwaltung erforderlich.

Für fortgeschrittene Trader und erfahrene Anleger bieten Futures Kontrakte oder Differenzkontrakte auf Rohstoffe die Option attraktiver Renditen. Diese Produkte können mit sogenannten Hebeln gehandelt werden und so mit vergleichsweise wenig Kapital hohe Gewinne erzielen. Da auch das Verlustrisiko bei gehebelten Produkten beträchtlich ist, sollten Einsteiger zunächst vom Futures- oder CFD-Handel mit Rohstoffen Abstand nehmen und in jedem Fall nur mit Beträgen spekulieren, deren Verlust man verschmerzen kann.

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Fazit: Was sind Rohstoffe? Eine vielseitige Anlageklasse!

Rohstoffe sind, wie nunmehr klar ist, eine recht komplexe Anlageklasse. Wer erfolgreich investieren will, muss sich nicht nur mit den verschiedenen Gruppen von Ressourcen befassen, sondern vor allem die Märkte und ihre Entwicklung verstehen und beobachten. Nicht alle Rohstoffe sind weltweit und ständig verfügbar, das Angebot hängt ebenso wie die Nachfrage von teilweise unvorhersehbaren Einflüssen ab, und auch Trends und Innovationen sollte der Anleger im Blick behalten. Glücklicherweise gibt es auch beim Rohstoffhandel eine breite Palette von Finanzinstrumenten. So finden sich passive Anlagen über ETFs, geeignet für Einsteiger oder Investoren, die wenig Lust haben, sich intensiv mit der Materie auseinanderzusetzen, aber auch CFDs oder Futures, die dem erfahrenen Trader dank der Möglichkeit, Hebel einzusetzen, beachtliche Renditen einbringen können. Wichtig ist, dass man sich zunächst zumindest ein grundlegendes Wissen über Rohstoffe und ihre Bedeutung für die Weltwirtschaft aneignet, um informierte Entscheidungen treffen zu können. Ein seriöser Broker kann seinen Kunden hier durch Informationsangebote und die Nutzung eines Musterdepots zu Übungszwecken den Einstieg wesentlich erleichtern und dazu beitragen, die Risiken des Rohstoffhandels für den Trader zu minimieren.

Bilderquelle: shutterstock.com